Das Gebäude steht in der Kölner Innenstadt, in unmittelbarer Nähe des Doms.
Typologie Umnutzung, Einzelhandel, Nahversorgung, Büro, Wohnen, Boardinghouse Bauvolumen BGF 14.940m² Bauherrin Aachener Grundvermögen Architektur kadawittfeldarchitektur Studie 2023 Planungsbeginn 2024
Das Gebäude steht in der Kölner Innenstadt, in unmittelbarer Nähe des Doms.
Der Gebäudekomplex erstreckt sich von der ‚Hohe Straße‘ mit dem bisherigen Mieter ‚Media-Markt‘ bis zur Richartzstraße mit der Minoritenkirche und dem Museum für Angewandte Kunst.
#Prototyp für die Anpassung an den Wandel der Innenstädte #Sanierung einer Einzelhandelsimmobilie und Umnutzung für eine Mixed-Use-Nutzung mit Büros und Wohnen
Das größte Gebäude an der Haupteinkaufs-straße in Köln, in dem der Media-Markt über Jahrzehnte Elektrowaren und Haushaltsgeräte angeboten hat, wird saniert, erweitert und zu einem nachhaltigen Mixed-Use-Gebäude umgebaut. Ziel ist, die innerstädtische Lage zu stärken und den baulichen Bestand zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Neben hochwertigen Einzelhandelsgeschäften im Erd- und einem Nahversorger im Untergeschoss enstehen in den Obergeschossen Büros und Wohnungen, die vom ruhigen, begrünten Innenhof profitieren.
Die Bauherrin reagiert mit der Baumaßnahme vorausschauend auf den Wandel der Innenstädte – weg von einer monotypologischen Shopping-Nutzung, hin zu einem 24/7 belebten Stadtzentrum, mit vielfältigen Angeboten – und setzt mit dem Pilotprojekt in unmittelbarer Nähe des Doms einen wichtigen, zukunftsgerichteten Entwicklungs- und Aufwertungsimpuls in der Kölner Innenstadt.
Die ‚Hohe Straße‘ bildet gemeinsam mit der Schildergasse das Zentrum der Kölner Innenstadt. Als eine der ältesten kontinuierlich genutzten Einkaufsstraßen Deutschlands weist sie bis heute eine kleinteilige, mittelalterlich geprägte Struktur auf. In dieser stellt das Projektgrundstück eine Ausnahme dar. Mit seinem Volumen, das rund drei Viertel eines Straßenblocks einnimmt und sich bis zur Richartzstraße erstreckt, hat es eine besondere städtebauliche Rolle. Diese Sonderstellung wird genutzt, um die im Leitbild der Stadt Köln formulierte Zielsetzung, die zentrale Einkaufsachse langfristig zu qualifizieren, voranzutreiben.
Die Fassade kommuniziert den Wandel des Gebäudes deutlich in den Stadtraum.
Die energetisch zeitgemäße Fassade spiegelt die neue Gesamtidentität des Gebäudes in den Stadtraum und wertet diesen auf. Der Nutzungsmix wird ablesbar und die großformatige Verglasung erzeugt auch in den Abendstunden eine angenehme Aufenthaltsqualität in den angrenzenden Straßen.
Mit großformatigen, einladenden Schaufenstern öffnen sich die Ladenflächen zur Hohen- sowie zur Minoritenstraße. Ein begrüntes Vordach erhöht die Wahrnehmbarkeit der Läden und bietet einen attraktiven Witterungsschutz, zugleich gliedert es die Fassade und filtert die Luft.
In den Obergeschossen setzt sich die Transparenz der Fassade fort, wobei perforierte, geschosshohe Metallpanele die Privatheit wahren und eine markante Adresse erzeugen. Ein Rücksprung der tragenden Stützen entlang der Minoritenstraße wird für Balkone genutzt und die Fassade an dieser Stelle zurückgesetzt.
Den oberen Gebäudeabschluss bilden zwei neue Geschosse in Holzbauweise mit einem geschindelten Blechdach. Mit der Erhöhung wird das Gebäude an die Neubauten in unmittelbarer Umgebung angepasst. Hier entstehen Maisonettewohnungen mit Balkonen hoch über der ‚Hohe Straße‘ mit Blick auf den Dom.
Modellstudien zur Wirkung im Stadtraum.
Bisherige Nutzung und bisheriger Auftritt im Stadtraum an der ‚Hohe Straße‘.
Ziel der Sanierung und des Umbaus war es, die Tragstruktur weiter zu nutzen. Sie wird um zwei Geschosse in Holzbauweise ergänzt und punktuell ertüchtigt. Die bestehende, abweisend wirkende Natursteinfassade wird rückgebaut und durch eine neue, energetisch zeitgemäße ersetzt, der Rücksprung des Stützenrasters an der Stirnseite wird für Balkone genutzt. Die Weiterverwendung der baulichen Struktur spart Material und CO2-Emissionen in deutlichem Umfang.
Anstelle der bisherigen Monofunktionalität entsteht ein vielfältiger Nutzungsmix.
Der Rückbau der Innenhofüberbauung im 1. Obergeschoss verbessert die natürliche Belichtung.
Ergänzungen in Holzbauweise: Maisonette-Wohnungen im Dach und Dachterrassen im Grünen.
Die Fassade spiegelt den neuen Nutzungsmix und die nachhaltige Sanierung wieder.
Der Innenhof wird nach partiellem Rückbau durch neue Balkone, eine abgestufte Erweiterung und Begrünung aktiviert.
Es entsteht ein Pilotprojekt mit Strahlkraft.
Schnitt mit Innenhof
Nutzungsmix
Vielfältiger Nutzungsmix für die Zukunft der Innenstadt: Kleinteilige Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss unterstützen den Standortwandel hin zu einem niveauvollen Angebot, der Lebensmittelmarkt im Untergeschoss sichert die Nahversorgung für die Bewohner und schließt damit eine Angebotslücke. Die Büroflächen im 1. Obergeschoss sind flexibel in bis zu vier Einheiten unterteilbar und die Apartments sowie Maisonettewohnungen stärken die Transformation der Innenstadt, hin zu einem 24/7 belebten Zentrum. Die Bordinghouses sind mit unterschiedlichen Zimmergrößen in die Bestandsstruktur integriert. Mit Balkonen und Dachterrassen erhalten die Apartments attraktive Außenflächen.
Zentraler Bestandteil des Entwurfs ist die Schaffung eines großzügigen, grünen Innenhofs, der allen Nutzern eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Die bestehende Überbauung im 1. Obergeschoss wird rückgebaut, um die Belichtung der Büroetage zu optimieren. So entsteht eine zusammenhängende Freifläche über dem Erdgeschoss, die von den Büros, aber auch von den Treppenhäusern aus zugänglich ist. Sie lädt zum Entspannen, ebenso wie zum Austausch und Arbeiten ein.
Die Wohnungen öffnen sich mit Balkonen und Dachterrassen zum Innenhof. Vielfältige heimische Pflanzen verbessern das Mikroklima und lassen eine urbane Gartenlandschaft entstehen.
Die Fassade an der Richartzstraße nimmt die Gestaltungselemente der ‚Hohe Straße‘ wieder auf und bildet zum Museum für Angewandte Kunst und der Minoritenkirche ein adaäquates Gegenüber. Im Erdgeschoss befinden sich der Zugang zu den Apartments mit großzügigem Foyer sowie die Anlieferung für die Gewerbeflächen, darüber öffnen sich Apartments zur Straße.
Fassade Richartzstraße
Durch den Erhalt und die Weiterverwendung des Tragwerks wird der Materialeinsatz sowie der energetische Aufwand erheblich reduziert. Ergänzend werden auch intakte Innenraumoberflächen, wo möglich, aus Nachhaltigkeitsaspketen erhalten. Die Aufbauten sowie Zubauten im Innenhof werden in Massivholz ausgeführt.
Photovoltaikmodule erzeugen Strom und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt das Gebäude, während die dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung Verluste minimiert.
Der Innenhof wird maximal begrünt, mit bodengebundenen Rankpflanzen an den Fassaden und Balkonen sowie durch mehrstämmige Bäume im Innenbereich. Staub und CO2 werden gebunden, die Biodiversität gestärkt und die Temperatur an Hitzetagen gekühlt. Die straßenseitige Begrünung dient zudem als Lärmschutz.
Zur Dokumentation aller Maßnahmen wird eine Ökobilanz erstellt.



















