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Innenstadttransformation

Typologie Stadtreparatur, Revitalisierung, Umnutzung, Einzelhandel, Hotel, Büro, Wohnen, Boardinghouse Bauvolumen BGF 41.596 m² Ausloberinnen Volksbank BRAWO eG + Stadt Braunschweig Architektur kadawittfeldarchitektur Verfahren Kooperativer städtebaulich-freiraumplanerischer und hochbaulicher Wettbewerb 2026 | 1. Preis

#Städtebauliche Aufwertung rund um den Braunschweiger Schlossplatz #Revitalisierung einer ehemaligen Kaufhausimmobilie durch Teilrückbau, zeitgemäßer Ergänzung und flexibler, hybrider Nutzungen.

 

Der zentrale Innenstadtbereich in Braunschweig, rund um den Schlossplatz, ist von großmaßstäblicher Nachkriegsbebauung und stark frequentierten Verkehrsachsen geprägt. Ein massives, seit Jahren leerstehendes, ehemaliges Horten-Kaufhaus verstärkt zusätzlich die funktionalen Defizite des Quartiers.

©kadawittfeldarchitektur

Das ehemalige Horten-Kaufhaus wurde Anfang der 1970er-Jahre ohne Rücksicht auf den Stadtgrundriss errichtet und versperrt seitdem die Verbindung zwischen Altstadt und historischem Magniviertel.

Der gemeinsam von der Stadt Braunschweig und der Volksbank BRAWO, als Eigentümerin der Kaufhaus-Immobilie, ausgelobte Wettbewerb, initiiert eine zukunftsfähige städtebauliche und hochbauliche Neuordnung.

Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Wiederherstellung der historischen Wegeverbindung zwischen Altstadt und historischem Magniviertel, die durch den Bau des ehemaligen Horten-Kaufhauses unterbrochen wurde. Hierfür wird das Gebäude durch Teilabriss in zwei eigenständige Teile gegliedert. Trotz des Eingriffs werden 58% des Bestands erhalten und damit 2.681 t CO2e weiterhin im Tragwerk gebunden.

©kadawittfeldarchitektur

Das Wettbewerbsgebiet umfasst den Innenstadtbereich rund um den Schlossplatz sowie die Kaufhaus-Immobliie.

©kadawittfeldarchitektur | Rabe Landschaftsarchitektur

Lageplan mit stadträumlicher Aufwertung

©kadawittfeldarchitektur

Die entstehende neue Stadtachse stellt die historische Verbindung wieder her und schafft mit dem neuen ’Grünen Karrenführerhof‘ einen neuen urbanen Platz, der sich in die räumliche Sequenz aus Plätzen unterschiedlicher Qualitäten in Nord-Süd- und Ost-West-Ausrichtung eingliedert.

Die Planung sieht neben der Wiederherstellung der historischen Stadtachse eine Ergänzung der Platzfolge durch den neuen ’Grünen Karrenführerhof‘ vor.

Stadträumliche Aufwertung

Parallel zur Transformation des Kaufhauses wird der öffentliche Raum nach dem Entwurf von Rabe Landschaften klimaresilient umgestaltet und in seiner Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Der mehrspurige Bohlweg wandelt sich vom stark versiegelten Verkehrsraum zu einem begrünten Klimaboulevard mit breiten Fuß- und Radwegen, Retentionsgrüngleisen sowie schattenspendenden Baumreihen.

Das Freiraumkonzept folgt den Prinzipien der Schwammstadt. Entsiegelte Flächen, Rigolensysteme und Retentionsbereiche speichern Regenwasser, fördern Verdunstung und tragen zur Kühlung des Stadtraums bei. Im Starkregenfall wird Wasser kontrolliert über offene Geländemodellierungen geführt und temporär im öffentlichen Raum zurückgehalten. Gleichzeitig entsteht mit einem Arboretum klimaresilienter Baumarten ein grünes Rückgrat der Innenstadt, das Biodiversität fördert, das Mikroklima verbessert und neue Lebensräume schafft.

Die beiden neuen Baukörper reagieren differenziert auf ihren jeweiligen stadträumlichen Kontext. Zum Bohlweg formulieren sie eine klare Raumkante und prägen eine neue Adresse an der Innenstadt. Gegenüber dem Schloss entsteht ein markantes, zugleich zurückhaltendes Gegenüber mit einem Stadtbalkon als öffentlichem Aussichtspunkt. Richtung Magniviertel vermittelt eine terrassierte Gebäudestruktur behutsam zwischen den Maßstäben der Innenstadt und der kleinteiligen historischen Bebauung. Der neue ‚Grüne Karrenführerhof‘ ergänzt das Ensemble als geschützter Nachbarschaftsplatz und stärkt die soziale Identität des Quartiers.

©kadawittfeldarchitektur | Rabe Landschaftsarchitektur
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58% der Tragstruktur werden erhalten und durch Ergänzungen zu einem zeitgemäßen, flexibel nutzbaren Gebäude weiterentwickelt. 2.681 t CO2e bleiben so gebunden.

Anstatt eines vollständigen Ersatzneubaus wird die vorhandene Tragstruktur in wesentlichen Teilen erhalten und gezielt weiterentwickelt. Während die oberen drei Geschosse des Bestands selektiv zurückgebaut werden, bleiben die unteren vier im südlichen Gebäudeteil bestehen und werden durch neue, flexibel nutzbare Etagen ergänzt. Der nördliche Neubau baut auf der bestehenden Struktur der erhaltenen Untergeschosse auf.

Gezielte bauliche Ergänzungen sowie ein neu geschaffener Innenhof im südlichen Gebäudeblock schaffen multifunktional nutzbare Gebäudetiefen, verbessern die Belichtung und ermöglichen so eine langfristig resiliente Nutzungsvielfalt.

©kadawittfeldarchitektur

Die beiden neuen Gebäude nehmen die Höhen ihrer Nachbarn auf und öffnen den Stadtraum.

©kadawittfeldarchitektur

Das Tragwerk baut auf das bestehende Stützenraster auf.

©loomilux

Die beiden neuen Gebäude nehmen die Farbgebung ihrer Nachbarschaft auf und mit dem ‚Grünen Karrenführerhof‘ entsteht ein neuer Platz zur Stärkung des Quartiers.

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Die Fassadengestaltung folgt dem Transformationsgedanken: Die charakteristischen Aluminiumkacheln der Bestandsfassade werden zum Re-Use und Recycling rückgebaut.

Die neuen Pfosten-Riegel-Fassaden sind durch Transparenz geprägt. Beim neuen, nördlichen Baukörper sind diese aus Sandstein, in Anlehnung an die Schlossfassade. Einen bewussten Kontrast dazu setzt der transformierte Bestandsbau mit recycelten Aluminiumprofilen, die sich mit ihrer Farbigkeit an den angrenzenden Klinkerbauten des Magniviertels orientieren. Beide Gebäude entwickeln gemeinsam eine eigenständige Identität, die sich selbstverständlich in das historische Umfeld einfügt.

©kadawittfeldarchitektur

Die Erschließungsstruktur bleibt erhalten und wird weitergenutzt.

©kadawittfeldarchitektur

Anstelle des ehemaligen monofunktionalen Horten-Kaufhauses entsteht ein Ensemble mit flexibler Hybridnutzung.

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In den Erdgeschosszonen beleben Einzelhandel, Gastronomie und öffentliche Nutzungen den Stadtraum, während die Obergeschosse flexibel für Büro-, Hotel- oder Wohnnutzungen ausgelegt sind.

©kadawittfeldarchitektur

Zahlreiche Freiräume und Grünflächen ergänzen das revitalisierte Horten-Kaufhaus, schaffen Aufenthaltsqualität und verbessern die Biodiversität.

©kadawittfeldarchitektur

Klimasensible Gebäudeplanung

Das Nachhaltigkeitskonzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Ressourcenschonung und Energieeffizienz miteinander verbindet. Grundlage ist der Erhalt von 58% der bestehenden Gebäudestruktur, wodurch rd. 2.600 t CO2 gebunden bleiben. Ergänzend werden rückgebaute Bauteile konsequent dem Re-Use und Recycling zugeführt.

Das Low-Tech-orientiertes Energiekonzept reduziert den Energiebedarf durch passive Maßnahmen wie optimierten Wärmeschutz, außenliegenden Sonnenschutz, hybride Lüftung und extensive Dachbegrünung. Photovoltaik- und PVT-Anlagen erzeugen regenerative Energie direkt am Gebäude und versorgen Wärmepumpen sowie Ladeinfrastruktur. Ergänzt wird das System durch thermisch aktivierte Speichermassen innerhalb der Konstruktion, welche Lastspitzen reduzieren, den Eigenverbrauch erneuerbarer Energien erhöhen und den Gebäudebetrieb langfristig wirtschaftlich und robust machen.