Projekte

Wohnen an der Burtscheider Brücke

Wohnraum statt Gewerbebrache

Typologie Wohnen, Büro Bauvolumen 179 WE, BGF(R) 15.800 m² Bauherrin gewoge AG Architektur kadawittfeldarchitektur (städtebauliche und architektonische Gestaltung Fassade + Kubatur), vonhoegen.architekten (Planung und Realisierung), Machbarkeitsstudie 2016 Realisierung 2021-2026

#Revitalisierung einer zentralen Brachfläche #Schaffung von neuem, innerstädtischen Wohnraum #Maßstäbliche Stadtreparatur #Neue Stadtansicht

 

Die neue Wohnbebauung verwandelt eine ehemalige Gewerbebrache in unmittelbarer Nähe des Aachener Hauptbahnhofs in ein neues Stück Stadt: Dringend benötigter innerstädtischer Wohnraum wird geschaffen und die Stadt erhält ein neues, einladendes Gesicht am Hauptbahnhof.

 

©Jens Kirchner

Mit der Wohnbebauung entstand eine neue Stadtansicht direkt am Aachener Hauptbahnhof.

Der Neubau – an der Schnittstelle zwischen Aachener Innenstadt und dem Stadtteil Burtscheid – ergänzt die vorhandene Bebauung an der Burtscheider Straße und vervollständigt den Blockrand entlang der Gleise. So entsteht eine neue, zusammenhängende Stadtkante, die eine einladende städtische Adresse formuliert, wo der Blick der Reisenden zuvor auf leerstehende Schuppen fiel. Im Blockinneren entsteht mit dem Neubau ein geschützter, gemeinschaftlicher, grüner Freiraum mit Kleinkinderspielplatz.

©googlemaps/kadawittfeldarchitektur

Vor der Neubebauung prägten leerstehende Hallen das Areal.

©googlemaps/kadawittfeldarchitektur
©kadawittfeldarchitektur

Modell der neuen Wohnbebauung.

© Jens Kirchner

Die stadträumlich prominente Ecksituation an der Burtscheider Brücke wird durch eine Auskragung akzentuiert.

© kadawittfeldarchitektur

Städtebauliche Einpassung durch maßstäbliche Höhenentwicklung und Fassadengliederung

Maßstäbliche Einfügung

Ziel unserer Planung war die maßstäbliche städtebauliche Integration des Bauvolumens in die Nachbarschaft, bei gleichzeitiger Erhaltung übergeordneter Sichtbeziehungen zwischen Lousberg, Dom und Bismarckturm. Trotz seiner erhöhten Lage orientiert sich der Neubau in seiner Höhenentwicklung an der umgebenden Bebauung und überragt auch die deutlich tiefer stehenden Gebäude auf der anderen Gleisseite nicht. Seine differenzierte Staffelung greift die Körnung des bestehenden Blockrands auf, gliedert das Volumen und entwickelt als oberen Abschluss eine bewegte Silhouette, die den angrenzenden Bauten entspricht. Die so entstehenden Dachterrassen und Dachgärten bieten private Freiräume mit Ausblicken nach Norden, weit über die Aachener Innenstadt mit Dom und Rathaus hinweg.

Eine markante Auskragung an der stadträumlich prominenten Ecksituation zur Burtscheider Brücke setzt einen städtebaulichen Akzent. Zugleich markiert sie den Auftakt zu einem parallel zu den Gleisen verlaufenden Erschließungsweg, der perspektivisch einen neuen südlichen Bahnhofszugang ermöglicht.

© vonhoegen.architekten

Querschnitt mit Bahngleisen

 

 

Fassade

Die helle, geschlämmte Klinkerfassade mit gleichfarbiger Verfugung erzeugt ein ruhiges und zugleich differenziertes Fassadenbild, in dem dunklere, vertikal gegliederte Keramikelemente an Sockel, Rücksprüngen und Einschnitten Akzente setzen und zugleich die Gliederung der Kubatur unterstreichen.

© Jens Kirchner

Akzente im Sockel, bei Rücksprüngen und Einschnitten betonen die Gliederung der Kubatur.

Sozial gemischtes Quartier

Das vielfältige Wohnungsangebot ist auf verschiedenste Lebenssituationen und Bedürfnisse ausgerichtet. Es entstanden 179 neue Wohnungen und Wohnplätzen, neben geförderten und frei finanzierten 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen gehören auch 99 geförderte Einzel- und Doppelappartements für Auszubildende und Studierende sowie zwei geförderte Wohngruppen für Menschen mit Behinderung dazu. Öffentliche und gemeinschaftliche Angebote, wie ein Stehcafé, Waschsalon, Stadtteilbüro und ein Begegnungs- und Lernraum für Studierende, beleben die Erdgeschosszonen und stellen eine enge Verknüpfung zwischen Wohnen, Quartier und Stadt her.

© Jens Kirchner

Im urbanen Umfeld entsteht ein ruhiger, grüner Innenhof mit Gemeinschaftsflächen.

Ressourcenbewusst und grün

Die Gebäudeplanung sowie die Freiraumplanung von DREIPLUS Landschaftsarchitektur folgen einem ressourcenbewussten Ansatz. Der Neubau entspricht dem KfW-55-Standard, ist an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen und nutzt Photovoltaik zur regenerativen Energiegewinnung. Der zuvor bei 90 Prozent liegende Versiegelungsgrad des Grundstücks wurde deutlich reduziert – heute sind 30 Prozent der Fläche begrünt. Die Innenhofgestaltung folgt dem Schwammstadtprinzip und verbessert zusammen mit den extensiv und teilweise intensiv begrünten Dachflächen das Mikroklima sowie die ökologischen Qualitäten im dicht bebauten innerstädtischen Umfeld.

Das Mobilitätskonzept setzt auf die innerstädtische Lage mit hervorragender Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr: Eine Tiefgarage für 60 PKW wird ergänzt durch eine separat erschlossene Fahrradgarage für 276 Räder und Lastenräder. Weitere 86 Fahrradstellplätze sowie eine Reparatursäule befinden sich Im Außenbereich. Carsharing-Stellplätze ergänzen das Angebot.

Das Projekt wurde durch die Landesinitiative ‚WohneNRW‘ begleitet und im Rahmen der öffentlichen Wohnbauförderung gefördert.

© Jens Kirchner

Die helle, geschlemmte Klinkerfassade mit gleichfarbiger Verfugung erzeugt ein einheitliches Erscheinungsbild.

© Jens Kirchner
© Jens Kirchner

Vielfältige Dachbegrünung

© Jens Kirchner

Vielfältige Freiraumangebote trotz innerstädtischer Lage.