Projekte

Urbanes Wohnquartier "The Urbanics"

Grünes Wohnen, urbane Vielfalt

Typologie Wohnen, Gewerbe, Neubau, Bestandsumbau Bauvolumen BRI:45.498 m³, oi 28.909 m³, BGF: 14.140 m2, oi 9.140 m² Bauherrin THE URBANICS GmbH Architekt kadawittfeldarchitektur Wettbewerb 1. Preis 2024

PDF-Download

Brief Neues Wohnquartier mit Integration bestehender Bausubstanz
Added Value Durch die Anordnung der Gebäude um eine grüne Mitte, entsteht ein gemeinschaftlich genutzter Erholungsraum, der gleichzeitig das Mikroklima positiv beeinflusst.

©kadawittfeldarchitektur

Das Quartier an der Schnittstelle zwischen Gewerbebauten, Wohnzeilen und kleinteiligeren Wohnformen öffnet sich allseitig zum Stadtviertel.

Die Bestandsgebäude werden in Teilen erhalten und identitätsstiftend in das neue Quartier integriert. Durch die Weiternutzung bleibt die ‚Graue Energie‘ gebunden, CO2 wird eingespart.

Schneiders Quartier, Salzburg | Austria Auf dem ehemaligen Grundstück des Trachtenherstellers „Schneiders“ entsteht ein Ensemble aus drei Neubauten und dem in Teilen erhaltenen Bestandsgebäude. Gestaltprägendes Element ist die Stirnseite der Bestandsfassade mit dem historischen Firmenschriftzug, der als identitätsstiftendes Merkmal bewahrt bleibt und dem Quartier eine unverwechselbare Adresse verleiht.

Die neuen polygonalen Baukörper gruppieren sich um eine zentrale, begrünte Mitte, die als gemeinschaftlicher Erholungsraum dient und zugleich eine flexible Teilbarkeit des Areals ermöglicht. Durch eine abgestufte Höhenentwicklung vermittelt das Ensemble zwischen den großmaßstäblichen Gewerbestrukturen im Norden und der kleinteiligeren Wohnbebauung im Süden. An der Kreuzung Bessarabier- / Aribonenstraße wird der Stadtraum durch das gezielte Zurücksetzen eines Baukörpers aufgewertet: Das Straßenprofil weitet sich und schafft Raum für eine qualitätsvolle, urbane Begrünung.

Eine differenzierte Freiraumgestaltung zeichnet das Quartier aus. Vielfältige Wegeverbindungen sorgen für Durchlässigkeit und verknüpfen es mit dem umgebenden Viertel. So entsteht ein lebendiges, grünes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer räumlicher Identität, in dem freifinanzierter und geförderter Wohnungsbau unprätentiös miteinander verknüpft sind.

Bestand: Das identitätsstiftende Bestandsgebäude wird so weit wie möglich erhalten. Das Abbruchmaterial der nicht mehr zu ertüchtigenden Baustruktur wird für die unterbauten Vegetationsflächen sowie als Verfüllmaterial der Tiefgarage verwendet.

Körnigkeit: Die vier Baukörper fügen sich mit ihrer Maßstäblichkeit in die Umgebung ein und nehmen Bezug auf die Nachbarbebauung.

Durchlässigkeit: Durch die Aufteilung des Gesamtvolumens auf vier Gebäude entsteht als gemeinsame Mitte ein geschützter Platz, der über die umliegenden Straßen und Wege für die Nachbarschaft zugänglich ist.

Gebäudeform: Die Gebäude reagieren in ihrer Höhenentwicklung auf Traufhöhen und Baufluchten der Nachbargebäude.

Modellfoto: kadawittfeldarchitektur

An der Kreuzung Bessarabier-/Aribonenstraße, an der Schnittstelle zum Gewerbegebiet, bildet ein siebengeschossiger Hochpunkt den Quartiersauftakt und wirkt mit seiner differenzierten Fassadengestaltung adressbildend. Durch gezieltes Zurücksetzen des Gebäudes weitet sich der Straßenraum und bietet Platz für eine qualitätsvolle, urbane Begrünung. Gewerbeflächen, Büros, ein Bistro sowie eine Fahrradwerkstatt und eine Krabbelgruppe im Erd- und ersten Obergeschoss sorgen für eine Belebung des Stadtraums.

Das benachbarte, in Teilen erhaltene Bestandsgebäude wird ebenfalls zu Gewerbeeinheiten und Büros mit industriellem Charme umgebaut und ins oberste Geschoss eine Loftwohnung integriert. Ein schmaler Anbau mit Holzfassade erweitert den Bestand, bietet Platz für die neuen Treppenhäuser? und integriert die Zufahrt zur Tiefgarage.

Die beiden südlichen, viergeschossigen Baukörper stellen mit ihrer Höhe und Körnigkeit den Übergang zu der benachbarten kleinteiligen Wohnbebauung her. Rücksprünge in den oberen Geschossen gliedern die Baukörper zusätzlich und prägen ihre Silhouetten. Im gesamten Quartier entsteht ein Mix aus 85 freifinanzierten und geförderten Wohnungen unterschiedlicher Größen. Erschlossen werden sie adressbildend über die Bessarabierstraße als auch gemeinschaftsorientiert über den Innenhof. Zwei Tiefgaragengeschosse verbinden alle Gebäude unterirdisch und ermöglichen ein oberirdisch autofreies Quartier. Das Freiraumgestaltung VON Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten orientiert sich an der Architektursprache und sorgt für ein Maximum an Grün im Quartier.

©kadawittfeldarchitektur

Private Gärten, Gemeinschaftsspielplätze und urbane Gartenflächen bereichern sich gegenseitig. Neben den Spielbereichen, die von der Krabbelgruppe ebenso wie von den Kindern des Viertels genutzt werden, gibt es Treffpunkte ebenso wie geschützte Ruhebereiche. Soziale Interaktion wird unterstützen und das Zugehörigkeitsgefühl im Quartier gestärkt. Die Bepflanzung folgt ökologischen Überlegungen, Biodiversität und Umweltgesundheit stehen dabei im Fokus: Heimische Pflanzen unterstützen lokale Insekten und Bestäuber, während Retentionsflächen helfen, Regenwasser zu speichern.

Erdgeschoss mit gewerblichen Nutzungen im Bestandsgebäude sowie Bistro und Krabbelgruppe im nordöstlichen Neubau, die zu einer Belebung des Stadtraums an der Bessarabierstraße sorgen.

 

Die Stadt Salzburg verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Das Energiekonzept des Gebäudes greift diese Zielsetzung auf und ermöglicht bereits unmittelbar nach Fertigstellung einen nahezu CO2-neutralen Betrieb. Das technische Konzept verbindet hohe Energieeffizienz mit einer minimalen Umweltbelastung und gewährleistet zugleich einen hohen Nutzerkomfort. Sämtliche gebäudetechnischen Systeme sind auf die Optimierung der Lebenszykluskosten ausgerichtet.