Projekte

Kita + Sporthalle Franzstraße

Re-Use-Spielraum

Typologie Bildung, Sport Bauvolumen BGF gesamt 5.000 m² Bauherrin Stadt Aachen Nutzerin Stadt Aachen Architektur kadawittfeldarchitektur Wettbewerb 2022 – 1. Preis Planungsbeginn 2024 Zertifizierung BNB Silber Zertifizierung angestrebt, DGNB Gold angestrebt

#Neubau 7-gruppige Kita + Doppelsporthalle #Umfassendes Nachhaltigkeitskonzept #Re-Use Fassadenklinker

Der Neubau der 7-zügigen Kita mit zwei Einfeld-Sporthallen entsteht auf einem 2.125 qm großen Grundstück im dicht bebauten historischen Stadtkern von Aachen. Primäres Ziel war es, trotz des beengten Baufeldes und einer komplexen Topografie, den Kindern großzügige, qualitätvolle Außenräume zum Spielen und Toben zu bieten.

Lageplan

Der Baukörper integriert sich selbstverständlich in die kleinteilige Blockrandstruktur des historischen Umfelds und nimmt deren differenzierte Höhenstaffelung auf. Ein partieller Rücksprung im Erdgeschoss weitet den Straßenraum und formuliert eine geschützte Vorplatzsituation als adressbildenden Auftakt. Hier liegen die separaten Eingänge der Kindertagesstätte und der Sporthallen, die unabhängig voneinander erschlossen und genutzt werden können.

Der Neubau fügt sich in die Blockrandstruktur und seine kleinteilige Bebauung ein.

Das in Teilen zurückweichende Erdgeschoss erzeugt eine großzügige Vorzone im Straßenraum.

Trotz des beengten Baufeldes entstehen großzügige, grüne Spielflächen im Freien.

Vor dem Hintergrund des beengten Baufeldes war es ein zentrales Entwurfsziel, qualitätsvolle und vielfältige Freiräume zu schaffen. Da das Volumen der Sporthallen einen Großteil der Grundstücksfläche beansprucht, wird es weitgehend in das Erdreich eingebettet. Die Dachfläche befindet sich auf der Ebene des ersten Obergeschosses und bietet eine großzügige, begrünte Spiel- und Aufenthaltsfläche für die Kinder.

Die Kindertagesstätte ist in den Obergeschossen organisiert. Die Gruppenräume orientieren sich zum grünen Hof und haben direkte Zugänge zu Außenbereichen – im 1. Obergeschoss zum Dachgarten über den Sporthallen mit zahlreichen Spielangeboten, im 2. Obergeschoss zu einem großzügigen Balkon, der sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt und über eine Freitreppe mit dem Dachgarten im 1. Obergeschoss verbunden ist.

Schnitt

Im Staffelgeschoss sind Verwaltungsbereiche, Küche und ein Mehrzweckraum angeordnet. Auch hier bietet ein angeschlossener Dachgarten zusätzliche Aufenthaltsqualität.

Das gesamte Gebäude ist barrierefrei geplant. Ein ebenerdiger Fahrradraum an der Franzstraße ermöglicht ein bequemes und sicheres Abstellen von Rädern und Rollern mitten im Stadtzentrum.

 

 

Nachhaltigkeit

Im Sinne der Nachhaltigkeit konzentriert sich die Materialauswahl auf geringe Umweltauswirkungen, wohngesunde Baustoffe und Wiederverwendung der Materialien des rückgebauten Bestandsgebäudes.

Die Fassadenklinker des Bestandes finden sich im Neubau wieder. Im Dialog mit der Firma Klinker Historika wurde im Rahmen des Projekts ein hinterlüftetes Vorhangfassaden-System entwickelt. Die Klinker werden hierbei als Riemchen auf eine Träger-Unterkonstruktion aus recyceltem Aluminium aufgebracht. Die Konstruktion verzichtet auf Kleber und Fugenmasse und ermöglicht so einen umweltschonenden, sortenreinen Rückbau sowie eine erneute Wiederverwendung. Auf diese Weise werden bis zu 95% CO2-Äquivalente im Vergleich mit dem Erzeugungsprozess neuer Verblender eingespart. Auch kleine Bruchstücke der Klinker werden als Substrat in den Außenanlagen weiterverwendet.

Re-Use der rückgebauten Bestandsfassade

Darüber hinaus bietet der Bestand weitere Re-Use-Potentiale, von Fensterbänken über Glasbausteine und Waschbecken bis zu Natursteinplatten, die in der Planung berücksichtigt werden.

Wo möglich wird R-Beton oder CO2-reduzierter Beton eingesetzt. Nichttragende Innenwände werden in Holzständerbauweise mit einer Beplankung aus Lehmbauplatten ausgeführt und Holzbautafeln in der Fassade verwendet.

Die vielfältige Begrünung der Dachflächen sowie in Teilbereichen der Fassade kompensiert die versiegelte Fläche und schafft Retentionsflächen, zugleich werden das Mikroklima und die Biodiversität verbessert.