Projekte

Haus der Neugier

Begegnungsort statt Shoppingzentrum

Typologie Revitalisierung, Kultur Bauvolumen BGF 19.000 m² Bauherrin Stadt Aachen Architektur kadawittfeldarchitektur Planung ab 2024 Realisierung ab 2025

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Brief Umbau des ehemaligen Horten-Kaufhauses zu einem offenen Treffpunkt für die Stadtgesellschaft – mit Volkshochschule, Stadtbibliothek und freien Angeboten.
Added Value Die offene Struktur fördert die Kommunikation über alle Etagen hinweg.

©kadawittfeldarchitektur

Die neue, offene und zeitgemäße Fassade trägt die Aktivitäten des Hauses sichtbar in den Stadtraum. Sie unterstreicht den Werkstattcharakter der Nutzung und versteht sich zugleich als Reminiszenz an die ehemalige Kaufhausfassade – selbstbewusst, nachhaltig, langlebig und funktional.

In der Aachener Innenstadt wird das ehemalige Kaufhaus Horten auf Initiative der Stadt zum „Haus der Neugier“ – einem offenen Treffpunkt für alle Bürger:innen – umgebaut. Volkshochschule und Stadtbibliothek finden hier ihre neue Heimat und bilden zukünftig gemeinsam ein lebendiges Zentrum des Lernens und Entdeckens. Doch das Haus wird mehr sein als die Summe dieser beiden Institutionen: Es entsteht ein Dritter Ort, frei zugänglich und ohne Eintritt – ein Ort des Austauschs, des Diskutierens und Mitgestaltens, der gesellschaftlichen Partizipation und kulturellen Angebote – oder, um einfach bei einem Kaffee ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird mit der Revitalisierung zugleich ein wichtiger städtebaulicher Impuls gesetzt.

Bestandsgebäude mit geschlossener Fassade.

Die Großstruktur des Kaufhauses ist umgeben von einer kleinteiligen Stadtstruktur.

Im Haus der Neugier finden die Volkshochschule und die Stadtbibliothek nicht nur eine neue gemeinsame Heimat, sondern wachsen auch inhaltlich enger zusammen: Ihre Angebote werden miteinander verknüpft und in sechs Themenfelder gebündelt. Im Sprach-Feld dreht sich alles um Literatur, Kommunikation und kulturellen Austausch. Das Arbeits-Feld bietet Raum für Coworking und digitales Arbeiten. Kreativ wird es im Spiel-Feld, wo Kunst, Musik und kreatives Schaffen im Mittelpunkt stehen. Das Streit-Feld wird zum Ort lebendiger Diskussion, während im Lebens-Feld Themen wie Gesundheit, Ernährung, Sport und Klima aufeinandertreffen. Ergänzend lädt das Frei-Feld alle dazu ein, einfach anzukommen, Neues zu entdecken und das Haus gemeinsam mit Leben zu füllen. Die klare Gliederung in Interessensgebiete schafft Orientierung und eröffnet zugleich vielfältige Räume für Arbeit, Austausch und vertiefende Auseinandersetzung.

© raumwerk.architekten Köln mit startklar a+b, 03.2023

Vorgabe: Strukturplan mit Vernetzungen

© Andreas Horsky
©kadawittfeldarchitektur

Virtueller 3D-Einblick. Zum starten bitte auf das Bild klicken!

Kernidee des Entwurfs ist der Rückbau der Rolltreppen. An ihrer Stelle entsteht das neue kommunikative Herz des Hauses – ein großzügiges, helles Atrium über alle Geschosse mit Oberlicht, in dem frei geführte Treppenläufe alle Etagen miteinander verbinden. Sehr selbstverständlich werden Besucher vom Eingang zum lichtdurchfluteten Atrium und die Treppe hinauf geleitet. Den Auftakt bildet eine, zentrale Forumstreppe, die zugleich Aufgang, Aufenthaltsort, Treffpunkt und Tribüne ist. Der weitere Weg führt vorbei an Themenbereichen und Angeboten, bis in die oberste Etage mit Arbeits- und Kursräumen, Café, Loggia und Domblick. Das offene Raumkontinuum schafft dabei vielfältigen Blickbeziehungen und ein Gemeinschaftsgefühl.

Damit die Besucher:innen frei zwischen den Themenfeldern flanieren und sich inspirieren lassen können, sind diese offen miteinander verbunden und vielfältig vernetzt. Jedes Themenfeld umfasst unterschiedliche Raumtypen – von Büros und Freihandbereichen über Arbeits- und Aufenthaltszonen bis hin zu Seminarräumen – und passt sich in Größe und Nachbarschaft flexibel an zukünftige Entwicklungen an.

Die multifunktionalen und zeitgemäß ausgestatteten Räume stehen auch der freien Szene, Vereinen und Initiativen zur Verfügung. Die Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen der Bürger:innen und können von diesen mitgestaltet werden.

©kadawittfeldarchitektur

Es entsteht ein ‚offenes Haus‘ mit freiem Zugang für alle Menschen. Diese Offenheit spiegelt sich auch in der offenen Raumgestaltung wider.

©kadawittfeldarchitektur
©kadawittfeldarchitektur

Die zentrale Treppenanlage vernetzt alle Themenbereiche und Angebote miteinander, macht neugierig und lädt zum Stöbern und ‚Eintauchen‘ ein.

©kadawittfeldarchitektur

In der obersten Etage entsteht ein Café mit Loggia und Domblick.

Schnitt mit zentralem Atrium und dem ‚Weg der Neugier‘.

© kadawittfeldarchitektur

Drei neue Eingänge verflechten das Gebäude zukünftig mit den Laufwegen der Stadt.

Nachhaltigkeitskonzept

Das Nachhaltigkeitskonzept basiert auf Ressourcenschonung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Durch den Gebäudeerhalt und die Weiternutzung wird der größte Teil der Grauen Energie eingespart, bei der Sanierung auf recyclingfähige, ökologisch unbedenkliche Materialien gesetzt. Die neuen Fassaden bestehen aus recyclingfähigen, ökologisch unbedenklichen Materialien und sind rückbaubar. Beheizt wird das Gebäude mit dem 45 Grad heißen Wasser der unter dem Gebäude liegenden Rosenquelle.

Auf der Baustelle

Der Innenraum vor dem Rückbau der Einbauten, bestimmt durch seine frühere Nutzung als Kaufhaus.

Gebäude mit Potenzial: Blick in die Etagen nach dem Rückbau der Einbauten



Infoveranstaltung: Ein „Haus der Neugier“ für Aachen