Projekte

Moringa

One Step Ahead –
Kann ein Haus die Luft verbessern,
die Umgebung kühlen und
die Nachbarschaft stärken?

Typologie Wohnen Ort Hamburg Bauvolumen Grundstücksfläche ca. 4.730m²; BGF ca. 19.000m² (oberirdisch); davon ca. 11.900m² Mietwohnungen, ca. 190 Wohneinheiten (33 Prozent öffentlich gefördert), Tiefgarage mit ca. 400 Fahrrad- und rd. 50 PKW-Tiefgaragenstellplätze, davon 30% für Car-Sharing Bauherrin Moringa GmbH by Landmarken Projektentwicklung Landmarken AG Anhandgabe mit Ideenträgerkonzept durch die Stadt Hamburg – 2020 Architektur kadawittfeldarchitektur Planung ab 2020 Realisierung 2021 – 2027 Auszeichnungen ldeenPreis Wohnbau Hamburg 2020, Polis Award 2022, 1. Platz in der Kategorie ‚Ökologische Wirklichkeit‘

#Neubau eines nachhaltigen Wohnhochhauses in der HafenCity Hamburg

Das erste deutschlandweite Wohnhochhaus nach dem Cradle-2-Cradle Prinzip bietet mit begrünten Flächen am und auf dem Gebäude Erholungsorte für Bewohner und Besucher und erhöht die Luftqualität und Biodiversität im gesamten Quartier.

©kadawittfeldarchitektur_Moringa GmbH by Landmarken ©rendertaxi

Im Elbbrückenquartier der HafenCity Hamburg, am nördlichen Ufer des Baakenhafens entsteht ein Wohnkomplex mit 217 Wohnungen. Drei Bauteile gruppieren sich um einen grünen Innenhof. Dem Cradle-2-Cradle-Prinzip folgend, werden rezyklierbare und gesunde Materialen sortenrein trennbar, rückbaubar und wiederverwertbar zueinander gefügt. Insgesamt entsteht, horizontal und vertikal, mehr Grünfläche als überbaut wird. Die grüne Fassade übernimmt kühlende und luftreinigende Funktion, erzeugt Sauerstoff, trägt zur Biodiversität in der Stadt bei, prägt den Lebensraum der Bewohner und bestimmt das Gebäude gestalterisch mit. Horizontale Grünflächen dienen zudem als Retentionsflächen und zur Gewinnung regenerativer Energie, vor allem aber der privaten und gemeinschaftlichen Nutzung, für Erholung, Urban Farming, Arbeiten und Austausch. Als reines Mietgebäude mit variablen Grundrissen und einem Drittel geförderten Wohnungen wendet sich der Neubau an unterschiedliche soziale Schichten. Integriert sind Co-Living und Co-Working mit gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsräumen und Küchen sowie per App belegbare Multifunktionsräume, eine Kita, Gastronomie, Handel und differenzierte Freiräume auf Terrassen, Balkonen und im Hof.

©kadawittfeldarchitektur_Moringa GmbH by Landmarken ©rendertaxi

„‚Moringa‘ wird als grüne Oase einen aktiven Beitrag zur Verbesserung des Klimas und der Luftreinheit in der HafenCity leisten und die Lebensqualität seiner Bewohner und des umgebenden Quartiers steigern.“
Gerhard Wittfeld

Mehr als 100% der Grundstücksfläche des Moringa sollen durch begrünte Fassaden und Grünflächen an die Natur zurückgegeben werden.

Die Bepflanzung kann hier nicht nur als ‚Grüne Lunge‘ des Quartiers wirken, indem sie Sauerstoff produziert, den Feinstaub reduziert, Kohlendioxid und Stickstoff bindet und im Sommer zur Kühlung des Klimas beiträgt. Sie bietet Lebensraum für verschiedene Lebewesen, sorgt für Artenvielfalt im städtischen Raum und schafft nicht zuletzt auch für die Bewohner und Anrainer einen Ort zur Entspannung.

©kadawittfeldarchitektur_Moringa GmbH by Landmarken ©rendertaxi
Fassadenkonstruktion

Ein besonderer Vorteil der geplanten Holzfassade ist ihr modularer Aufbau. Die trennbare Konstruktion ermöglicht eine einfache Demontage und unterstützt die Kreislauffähigkeit des Gebäudes. Die hinterlüftete Tonziegelfassade ist auf einer Aluminium-Unterkonstruktion befestigt, die auf einer Holzrahmenkonstruktion aufsetzt.

Auch im Innenausbau wurde auf kreislauffähige Materialien geachtet. Statt eines Fließestrichs kam rückbaubarer Trockenestrich zum Einsatz, ergänzt durch C2C-zertifiziertes Parkett, kreislauffähige Teppiche sowie Cocoa-Linoleum aus Kakaoschalen. Viele Hersteller bieten zudem Rücknahme- und Recyclingprogramme für ihre Produkte an.

Große Teile der Sichtbetondecken und -wände blieben unverkleidet. Die Versorgungstechnik wurde als sichtbare Aufputzinstallation ausgeführt, wodurch Material eingespart und der spätere Rückbau erleichtert wird.

„Das erste C2C-inspirierte Wohnhochhaus Deutschlands schafft mit einem hybriden Nutzungsmix und einer Reihe räumlicher Angebote Mehrwerte, die dem ganzen Quartier zugutekommen.“
Gerhard Wittfeld

Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines lebendigen Quartiers leistet der geplante Nutzungsmix des Gebäudes. Im Unter- und Erdgeschoss soll es neben einer Kita mit Außenbereich auch Flächen für Gastronomie, Handel sowie Veranstaltungs- und Co-Working-Spaces geben.

Bauteil 1
Geförderter Wohnraum für
Singles, Paare und Familien
(1. bis 6. OG)
Kindertagesstätte mit Außenbereich
für 80 Kinder
Laden, Kiosk
Gemeinschaftsflächen

Bauteil 2
Co-Living (EG bis 6. OG)
Co-Working im EG
Gemeinschaftsflächen
Veranstaltungsräume,
Dachterrasse
und Urban Farming

Bauteil 3
Freifinanzierte Wohnungen
(1. bis 12. OG)
Gastronomie im Warftgeschoss
Café im EG
Dachterrasse

Gebäude als Rohstofflager

Rund 80 Prozent der Bau- und Ausstattungsmaterialien (ausgenommen die Tragwerkskonstruktion) lassen sich demontieren, sortenrein trennen und wiederverwenden. Damit folgt das Gebäude den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und des Urban Mining: Materialien werden als langfristig nutzbare Ressourcen betrachtet, Stoffkreisläufe geschlossen und Abfall- sowie Entsorgungskosten reduziert. Die eingesetzten Produkte sind durch die Environmental Protection Encouragement Agency (EPEA) geprüft.