was wächst denn da? wenn wir genau hinschauen, entdecken wir immer etwas neues: hier schiebt sich unter einem krümel erde ein blatt hervor, dort krabbelt ein käfer.
eine schöne vorlage, um ihnen zum neuen jahr etwas zu wünschen. aber was? das genaue hinsehen? den perspektivwechsel? würde passen.
wir wollen ihren blick vom umseitigen gewimmel aber auf dessen aufgabe lenken. denn für uns architekt:innen ist das grün ein wichtiger baustoff. ein begrüntes dach oder eine fassade kann nämlich erstaunlich viel: die erde dämmt im sommer wie im winter, sie speichert regenwasser und entlastet damit die kanalisation, was – achtung, klimawandel! – in zeiten von zunehmenden starkregenereignissen wichtig ist. außerdem bietet das grün lebensraum für insekten, steigert also die biodiversität und verbessert das stadtklima: grünflächen kühlen die aufgeheizten städte, filtern staub und binden co2. anders als bei beton, stahl oder kunststoff muss man nicht abwägen, ob sich der einsatz einer begrünung lohnt. es gibt nur vorteile. man kann sich den kleintierzoo auf dem dach also jederzeit mit gutem gewissen wünschen – weihnachten! – oder von seinem architekturbüro sorgfältig planen lassen. diejenigen, die kritisch nach kosten und aufwand einer dachbegrünung fragen, sollten nicht nur die anschaffung betrachten, sondern auch die reduzierten folgekosten, die ökologische bilanz, langlebigkeit und bessere luftqualität. berechnet man das alles ein, dann lohnt sich das grüne dach, es ist schöner und leistungsfähiger.
dies ist also nicht nur ein plädoyer für grüne dächer und fassaden, sondern auch für gute, zeitgemäße architektur. eine gebaute umwelt, die schön und gesund ist, wollen wir gerne gemeinsam mit ihnen entwickeln, auch im neuen jahr. in diesem sinne wünschen wir ihnen ein gutes 2026.
kadawittfeldarchitektur
Foto: Hans Hansen
Konzept, Gestaltung und Text: büro uebele
Lektorat: Miriam Holzapfel