Ampelphase 4 - Intermezzo
Der Kontext ist stets der wesentliche Parameter aller Entwürfe von kadawittfeldarchitektur: So dieses Mal der Vitra Showroom vom 10.09.-30.09.2009 an einer viel befahrenen Kreuzung in der Frankfurter Innenstadt. Ein Ort dynamischer Prozesse – zwischen den Akteuren Passant und Schaufenster, Besucher und Straßenraum, Vorbeifahrendem und Ausstellungsobjekt.
Das Thema: "Intermezzo" – als Spannungsfeld zwischen weichen, subjektiven Faktoren - Bewegung, Stillstand, Geschwindigkeit, Interaktion - und dem eigentlich statischen Ort.
Unsere Interpretation der Heterogenität des Kontexts drückt sich in einem Kontrapunkt aus, ein Wahrnehmungsverstärker, der die erwartete Realität unerwartet hinterfragt. Die Inspiration findet sich in den kinetischen Skulpturen von Alexander Calder, dessen Mobiles scheinbar keiner Schwerkraft zu unterliegen scheinen, den heiter bis melancholischen, motor-betriebenen Maschinenplastiken von Jean Tinguely oder dem 'Spazio Elastico' Joe Colombos.
Die Statik des Bauens zugunsten einer Dynamik des Denkens zurücktreten lassen. Der Schwerkraft trotzen, in den Entwurfsprozessen förmlich abheben, um den Ideen freien Lauf zu lassen. So schweben gleichförmig kreisende Modelle in verschiedenen Entwicklungs- und Darstellungsstadien in einem Gedankenkarussell, welches die Arbeitsmethodik in einer unendlichen Metamorphose von Präsentation und immerwährendem Entwurfsprozess manifestiert. Im Auge des Betrachters bleibt der scheinbar abgeschlossene Prozess dynamisch und modifiziert sich stetig aufs Neue.