Added Value Space  

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Added Value Space
Unsere Entwurfshaltung gründet auf der Überzeugung, dass Architektur die Fähigkeit und die Aufgabe hat, über ihre funktionale Bestimmung hinaus Mehrwerte zu schaffen, die einem Gebäude und seinem Umfeld dauerhafte und übergeordnete Qualitäten verleihen. Wir verstehen darunter räumliche, kommunikative, wirtschaftliche oder generell soziale Qualitäten, die im Programm einer Planung nicht vorgegeben sind, aber durch die genaue Analyse aller entwurfsbestimmenden Parameter in der räumlich-architektonischen Umsetzung gewonnen werden können.

Wir untersuchen Bauaufgaben und überlieferte Typologien auf „versteckte“ Potentiale, etwa um scheinbar nachrangige Flächen kommunikativ und funktional zusätzlich nutzbar zu machen, um wechselseitige Qualitäten zwischen Architektur und Kontext zu generieren oder um technisch-ökologische Aspekte wie eine energiewirksame Fassade zum räumlichen Surplus umzudeuten. Gemeinsam ist diesen Qualitäten, dass sie nicht auf zusätzlichen Aufwand zielen, sondern aus den in der Aufgabe angelegten Möglichkeiten erwachsen. Diese Werte werden im partnerschaftlichen Prozess mit dem Bauherren und den Nutzern entwickelt und aus dem ganzheitlichen Verständnis weitreichender Bedürfnisse realisiert.
Extra Raum

Der Entwurf des PATRIZIA Headquarters in Augsburg reagiert auf die reliefartigen Fassaden seiner Nachbargebäude mit einer zweischaligen Fassade, deren Zwischenraum sich von 0,5m bis auf 2m aufweitet und somit nutzbar wird. 

Es entsteht ein Extra-Raum, der unprogrammiert ist und deswegen für alle möglichen Aktivitäten genutzt werden kann, die in den Büroräumen keinen Platz finden - eine kurze Besprechung, eine Denkpause oder konzentriertes Arbeiten in kleinen Gruppen.

Interessanterweise ist es genau dieser Extraraum, der dem Gebäude auch ästhetisch seine Identität gibt.
Boulevard

Auf der Ebene des 2. Obergeschosses des AachenMünchener Direktionsgebäudes entfaltet sich der öffentliche Mehrwertraum als ein innerer Boulevard. Er verbindet als fließende Wegeachse sämtliche Bauteile der Versicherung und überspringt gleichzeitig als Skywalk die vorhanden, von Wohnhäusern und anderen Institutionen gesäumten Straßen- und Freiräume.

Die bewegte durch offene Besprechungs – und Gemeinschaftszonen, Konferenzräume, Mitarbeiterrestaurant, Cafeteria und prominente Kunst aufgeladene Innenwelt öffnet sich über die raumhohe Verglasung der urbanen Öffentlichkeit. 

Sie transportiert spotartig die Identität des Unternehmens in den städtischen Raum, während die Überlagerung von Innenräumen der Bürowelt mit städtischen Außenräumen, von Spiegelbildern und der tatsächlichen Begegnung mit Mitarbeitern des Unternehmens, zu einer sich ständig erneuernden Collage werden.
Public Private Partnerspace

Firmenzentralen auf großen innerstädtischen Arealen werden meist zu blind spots der Stadt, unattraktiv für die Öffentlichkeit, verödet außerhalb der Bürozeiten. Daher wurde der Entwurf des AachenMünchener Direktionsgebäudes nicht als architektonische, sondern als städtebauliche Aufgabe verstanden mit dem Ziel, öffentlichen Raum auf dem Grundstück zu maximieren.

Um den Wunsch nach einem kommunikativen Viertel, Transparenz und Durchlässigkeit zu entsprechen wurde das Volumen auf mehrere Baukörper verteilt, die über einen verglasten Verbindungssteg zur Einheit gefügt werden.

Anstatt das eigentlich private Areal abzuschotten, wird es hier über öffentliche Wege und Plätze geöffnet.  Differenzierte Räume auf dem Grundstück, zu denen kleinere Plätze, eine großzügige Stufenanlage und ein grüner ‚Pocket-Park‘ zählen, stehen den Bürgern als öffentlicher Mehrwert-Raum zur Verfügung.

Der private Bauherr agiert so als Stifter von öffentlichem Mehrwert-Raum – es findet ein räumlicher Interessensausgleich zwischen ‚public space‘ und privatem Kapital statt, bei dem ein tendenziell unternutztes Stadtviertel funktionell verdichtet wird und gleichzeitig die Luft bekommt, die die Stadt zum Atmen braucht.
Superzeichen

Anstatt der seit den 60er Jahren mehrfach ergänzten Messelandschaft der Nürnberg Messe lediglich einen weiteren additiven Baustein hinzuzufügen, schafft der Entwurf mit dem 250m langen Lamellendach ein Zeichen, das mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt:  

Es ordnet die verschiedenen Bauteile der Messe, gibt ihr eine eindeutige Adresse, verbindet Innen- und Außenräume miteinander und definiert ein ‚urbanes Foyer‘, das sich von der Zufahrt über den Vorplatz, den Eingang, das Hauptfoyer bis in den Messepark erstreckt. 

Die auffällige und lichte Konstruktion funktioniert dabei wie ein großer Fingerzeig und leitet intuitiv die Messe- und Kongressbesucher in die Nürnberg Messe.
Wahrnehmungsverstärker

Den unverwechselbaren Ort achtend, verzichtet die Architektur des Keltenmuseums auf große Gesten und nimmt sich zugunsten der historisch geprägten Landschaft zurück. Als klar konturierter und eindeutiger Baukörper fügt sich das Gebäude in den weitläufigen Landschaftsraum des Glaubergs ein und lässt – halb im Hang verborgen - bewußt den Grabhügel Hauptakteur sein.

Trotz des eher abgeschotteten Ausstellungsbereich im Innenraum bindet der Entwurf den  Ausblick in die Landschaft gleich zweifach ein: sowohl das große Panoramafenster als auch der Austritt auf das Dach erlauben Ausblicke auf das historische Gelände und verstärken so  deren Wahrnehmung.
Verknüpfung

Das Atrium ist im doppelten Sinn das zentrale Element im adidas Laces. Der Luftraum wird von schlanken, filigran abgehängten Stegen gekreuzt, den Laces (englisch für Schnürsenkel), die dem neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum auch seinen Namen gegeben haben. Sie verbinden die gegenüberliegenden Abteilungs-Lounges miteinander und ermöglichen so ein Höchstmaß an Interaktion und kurzen Wegen.

Es entstehen offene Kommunikationsbereiche, während in den Bürozonen durch diesen losgelösten zweiten Erschließungsweg Spielraum für temporäre Verdichtungen und Kooperationen gewonnen wird. 

Im Atrium überlagern sich kreative Momentaufnahmen aus den zum Innenraum voll verglasten Bürozonen mit tatsächlichen Begegnungen auf den Verbindungsstegen. Dieses poetische Raumgefüge macht die besondere kreative Atmosphäre des Hauses ablesbar.
Verlinkung der Stadtteile

Die ehemalige Gleisunterführung des Salzburger Hauptbahnhofs wird so aufgeweitet, dass eine breite Passage entsteht. Natürlich belichtet über die großzügigen Bahnsteinzugänge und durch die Integration zahlreicher Läden, wird der Gleiszugang vom dunklen Erschließungsraum zur öffentlichen Fußgängerzone aufgewertet. Eine bauliche Aufwertung erfahren auch die umliegenden Viadukte, die die beiden durch die Bahntrasse getrennten Stadteile verbinden. 

Die Neuordnung des Salzburger Bahnhofs wird zu einem urbanen Verdichtungsprojekt, das nicht nur der Mobilität und dem Komfort der Reisenden dient, sondern auch öffentlichen Raum schafft und Stadtteile miteinander verbindet